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Von Peter Holenstein.
"Am Tatort bei Fabienne, einem unschuldigen und lieben Kind (...), als
ich neben ihm auf dem Boden sass, mein Gesicht vor Schmerz fast verzerrt - da
war mir, als begrabe man die Welt, in der ich bisher gelebt hatte. Ich sass
da, neben diesem Kind, leer, ausgestossen und verdammt, weiter zu leben, weil
ich nicht den Mut besass, auch meinem Leben ein Ende zu setzen." Werner Ferrari
1995 wegen fünffachen Kindermordes rechtskräftig zu lebenslanger Zuchthausstrafe
verurteilt "... und nicht selten geht mir dabei jene Frage durch den Kopf, die
mir im Verlauf der vergangenen Jahre so oft gestellt worden ist: Wie bringst
du es nur fertig, jemandem deine Hand zu geben, der mit seinen eigenen Händen
unschuldige Kinder umgebracht hat? Die Antwort: Weil es das einzige ist, was
man ihm noch anbieten kann." Peter Holenstein, Autor Zwischen 1980 und 1989
erschütterte eine Mordserie die Schweiz. Acht Kinder wurden auf brutale Weise
umgebracht, drei weitere mutmassliche Opfer gelten bis heute als vermisst. Unfassbares
Leid kam über elf Familien, unfassbar schien auch der Täter - fast zehn Jahre
lief die Polizeifahndung ins Leere. 1971 hatte Werner Ferrari ein Kind umgebracht,
wurde jedoch acht Jahre später vorzeitig aus dem Zuchthaus entlassen. Kurz nach
seiner Entlassung begann die unheimliche Mordserie, die mit seiner Verhaftung
Ende August 1989 abrupt endete. Der Prozess von 1994 platzte mit einem Eklat:
Ferrari widerrief seine Geständnisse. In einem reinen Indizienprozess wurde
er 1995 des fünffachen Mordes für schuldig gesprochen und zu lebenslangem Zuchthaus
verurteilt.
Weshalb bringt ein Mensch Kinder um, von denen
er sagt, dass er sie liebe? Was veranlasste Ferrari zu den Taten? Weshalb konnten
sie ihm nicht bewiesen werden? Hat er Morde gestanden, die er nicht begangen
hat? Bereits zwei Jahre nach dem ersten Kindermord wurde die Polizei auf Werner
Ferrari hingewiesen - weshalb dauerte es weitere sieben Jahre, bis er gefasst
wurde?
Über Jahre rollt Peter Holenstein das Leben des
Verurteilten, die elf Verbrechen und die jahrelange Polizeifahndung auf. Im
Einverständnis mit dem Verurteilten erhält er für die Arbeit am vorliegenden
Buch uneingeschränkte Einsicht in die Gerichts- und Polizeiakten, die psychiatrischen
Gutachten und Ferraris private Aufzeichnungen. Er erfährt von unbekannten Umständen
jener Tat, die am Anfang der Serie steht: dem Mord an der 12jährigen Ruth S.
Der Autor bringt neue Indizien bei, darunter die DNA-Analyse eines Schamhaars
des Täters, das auf der Leiche des Opfers sichergestellt wurde und nicht von
Ferrari stammt. Die neuen Indizien deuten darauf hin, dass sich dieser Mord
nicht so zugetragen haben kann, wie dies von Polizei, Staatsanwaltschaft und
Gericht angenommen wurde ...
Die Bestandesaufnahme eines realen Alptraums.
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